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Art und Häufigkeit der Pflegearbeiten hängen ab
vom Rasentyp, von der gewünschten Rasenqualität, den Gräserarten
und -Sorten, der Nährstoff- und Wasserversorgung, dem Wachstumsrhythmus,
der Flächengröße und -beschaffenheit und von der Verfügbarkeit der
Maschinen und Geräte. Eine der zeitaufwendigsten Arbeiten bei der
Rasenpflege ist das Mähen. Auf belastbaren Rasenflächen ist der
Schnitt für Regeneration und Bestockung der Gräser unerläßlich.
Zwei Wochen nach dem Verlegen des Rollrasens können
Sie je nach Witterung und Jahreszeit zum ersten mal den Rasen vorsichtig
mähen. Einen guten Schnitt erhält man nur mit einem scharfen
Messer am Rasenmäher. Am besten man verwendet einen Spindelmäher.
Egal, ob Sie einen Kreiselmäher oder einen Spindelmäher
verwenden - vor der Saison sollten die Messer geschliffen worden
sein. Überlassen Sie dies einem Fachmann.
Allgemein
Die Ideal-Rasenlänge liegt bei ca. 4-5 cm.
Pro Schnitt sollte jedoch maximal 1/3 der Graslänge geschnitten
werden. Wenn der Rasen schön dicht bleiben soll, ist ein sehr
regelmäßiges Mähen notwendig. Wächst der Rasen
sehr lang, dünnt er über die Zeit aus und Unkraut kann
sich einnisten. Schnittgut sollte gesammet und kompostiert werden.
Gering belastete Landschaftsrasen, an die keine
hohen Ansprüche an Narbendichte, Gleichmäßigkeit und Farbaspekte
gestellt werden, kommen mit ein- bis zweimaligem Schnitt pro Jahr
aus.
In der folgenden Aufstellung sind Gräserarten nach
abnehmender Schnittverträglichkeit geordnet:
Agrostis stolonifera, Agrostis capillaris, Poa annua,
Agrostis canina, Poa pratensis, Lolium perenne, Festuca rubra, Phleum
bertolonii, Festuca ovina, Festuca arundinacea, Poa trivialis.
Flechtstraußgras bildet selbst bei fast täglichem
Schnitt, wie es auf Golfgreens üblich ist, eine dichte Rasendecke
aus. Bei Festuca arundinacea und Poa trivialls ist dagegen bei sehr
häufigem Schnitt die Regenerationsfähigkeit schon etwas eingeschränkt,
allerdings immer noch besser als bei typischen Wiesengräsern wie
Glatthafer oder Wiesenschwingel. Weiterhin ist die Schnitthäufigkeit
abhängig vom Wachstumsverlauf innerhalb der Vegetationsperiode.
Nach einem langsamen Beginn erreicht die Intensitätskurve zwischen
Ende April und Mitte Juni einen Höhepunkt und fällt dann wieder
ab. Oft erreicht die Wachstumskurve etwa im August ein zweites,
allerdings geringeres Maximum.
Vegetationsbeginn und -ende sowie der Wachstumszyklus
sind je nach Klimalage und Witterungsbedingungen verschieden. In
der Oberrheinebene kann das Wachstum der Rasenpflanzen schon im
Februar beginnen, in Höhenlagen ist manchmal erst Anfang Mai ein
deutliches Ergrünen zu verzeichnen. Für die Praxis ergibt sich aus
diesen Zusammenhängen die höhere Schnittfrequenz im Mai bis Juni
und die niedrigere in den Herbstmonaten. Ab September können die
Zeitabstände zwischen den einzelnen Schnitterminen wesentlich verlängert
werden.
Ebenso wie die Schnittfrequenz ist die Schnitthöhe
abhängig von Rasentyp, Artenzusammensetzung, Jahreszeit, Witterung,
vor allem aber von der Nutzung. Golfgreens müssen extrem kurz geschnitten
werden, um den kleinen Ball beim Einputten ohne größeren Widerstand
und in der vorgesehenen Richtung rollen zu lassen. Bei Sportflächen
sollte eine hohe Rückprallelastizität vorhanden sein. Durch einen
kurzen Schnitt wird erreicht, daß der Rasen nicht weich wird. Andererseits
werden die Gräser bei kurzem Schnitt sehr strapaziert. Deshalb muß
ein Kompromiß in der Schnitthöhe gefunden werden, der den Bedürfnissen
der wachsenden Pflanze und den Anforderungen von seiten der Benutzer
gerecht wird.
In der nachstehenden Tabelle sind die erforderlichen
Schnitthöhen von verschiedenen Rasenflächen angeführt.
Schnitthöhe und Aufwuchshöhe von Rasenflächen:
| Rasentyp |
Schnitthöhe
in mm |
Aufwuchshöhe
in mm |
| Golfgreen |
04
- 07 |
008
- 012 |
| Zierrasen, Fairways |
10 - 15 |
020
- 030 |
| Hockeyfeld |
20 - 30 |
040
- 060 |
| Fußballfeld |
30 - 50 |
060
- 100 |
| Parkplatzrasen |
50 - 60 |
100 - 120 |
| Landschaftsrasen |
60 - 80 |
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Im Frühjahr wird der Rasenmäher hoch eingestellt,
so daß der erste Schnitt nur aus einem leichten Kappen der Blattspitzen
besteht. Nach und nach werden dann die Rasenmähermesser tiefer gestellt
bis zur normalen Schnitthöhe. Bei trockenem Wetter oder in ausgesprochenen
Trockenlagen darf die Schnitthöhe etwas höher sein. Bei Sportrasenflächen
ist ein hoher Schnitt nur in der Spielpause ober bei weniger intensivem
Sportbetrieb möglich.
Die Meinungen über Entfernung oder Liegenlassen
von Schnittgut sind geteilt.
Für das Entfernen sprechen
folgende Gründe:
- verhindert Verflizung
- keine Schädigung durch unsachgemäß abgelegtes Schnittgut
- vermindert Ausbreitung von Samenunkräutern
- vermindert Ausbreitung von Krankheiten
Schnittgut kann liegenbleiben
bei:
- geringen Aufwuchsmengen
- jungem blattreichen Gras
- gleichmäßiger Schnittgutverteilung
- trockener Witterung
- hoher biologischer Aktivität des Bodens.
Häufiges und kurzes Mähen wird von den einzelnen
Grasarten unterschiedlich gut vertragen.
Feinblättrige und bodenblattreiche Arten und Sorten
sind weniger empfindlich als Planzen mit groben Blättern und hohem
Stengelanteil. Folgende Tabelle zeigt die ungefähr einzuhaltenden
Schnitthöhen beim Mähen der verschiedenen Rasengräser. Diese Werte
sind nicht zu unterschreiten, wenn die Gräser keine Schädigung erfahren
sollen.
Anzustrebene Schnitthöhe bei Rasengräsern:
| Schnitthöhe
(mm) |
Art |
| 05
- 10 |
Agrostis canina
Agrostis stolonifera
Agrostis capillaris |
| 10 - 20 |
Poa annua
Poa supina |
| 20 - 30 |
Festuca ovina
Festuca rubra
Phleum bertolonii |
| 30 - 50 |
Poa pratensis
Lolium perenne
Phleum pratense |
Bei regelmäßigem Schnitt, wie er zum Beispiel auf
Sportrasenflächen üblich ist, fallen etwa 50 g Grünmasse je qm an,
das sind bei 20 Schnitten im Jahr 1.000 g. Diese Menge kann bei
gleichmäßiger Verteilung durch die Bakterientätigkeit umgesetzt
werden. Höherer Massenanfall und extrem trockene Witterung verhindern
die rasche Mineralisation und fördern die Filzbildung.
Die Schnittqualität wird in erster Linie durch den
Rasenmäher bestimmt. Für feine Rasenflächen sollten Spindelrasenmäher
mit mindestens 6 Messern (Blättern) verwendet werden, die eine hohe
Rotationsgeschwindigkeit besitzen. Die Messer müssen scharf sein
und bei Bedarf nachgestellt bzw. geläppt werden.
Auf Gebrauchsrasen werden häufig Sichelrasenmäher
eingesetzt. Das Schnittbild ist nicht so scharf wie beim Spindelrasenmäher,
und die Blattenden können unsauber zerschlissen aussehen. Arbeitsbreite
und Flächenleistung sind beim Sichelrasenmäher geringer als beim
Spindelmäher.
Frontbalkenmäher, Kreiselmäher und Schlegelmäher
kommen weder für das Mähen von Gebrauchsrasen und schon gar nicht
von Zierrasen in Frage. Sie werden wegen ihrer Unempfindlichkeit
gegen Störungen und der hohen Flächenleistung gerne bei Landschaftsrasen,
an Straßenböschungen und auf anderen extensiv gepflegten Rasenflächen
eingesetzt.
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